Samstag, 25. Juli 2009

Wasserkaskaden und Einbaum

Wir sind inzwischen bei den Poppa Falls angelangt. Diese befinden sich 200 km östlich von Rundu am Caprivi Streifen. Wir haben einen Community Campsite (von Eingeborenen geführte, mit Unterstützung der Regierung und Projektbudget aus dem u.a. Deutschen Ausland errichtete Campsites) direkt an den Wasserfällen ausgewählt. 2005 hat eine sichtbar nicht gerade begüterte Volksgruppe das Recht bekommen hier eine Campsite zu errichten und nun leben sie mehr oder weniger davon. Der Platz absolut perfekt. Er liegt direkt am Fluss mit Blick auf die Wasserfallkaskaden, jede Site hat ein eigenes Bad und WC und ein Aussichtsplattform. Strom gibt es keinen daher wird morgens und abends der holzbefeuerte Boiler angeheizt und so kann man sich in der Buschdusche auch warm duschen. Außerdem gibt es mit einem umgestürzten Baumriesen, der einen zweiten mitgerissen hat, einen sehr interessanten Spielplatz für die Jungs. Wir sind heute die einzigen Gäste und genießen die Ruhe und die Abgeschiedenheit sehr.
Gestern hat uns am Nachmittag ein junger Bursch angesprochen und uns wie es einem hier recht häufig passiert um eine Spende für ein Schulprojekt (Exkursion nach Windhoek) gebeten. Dies läuft hier so ab, dass sie einem einen Wisch auf dem der Spendenzweck erläuter wird unter die Nase halten. Wir wissen, dass die Schulen in den ländlichen Bereichen hoffnungslos unterbudgetiert sind. Wir haben uns zur Regel gemacht, niemals etwas ohne Gegenleistung zu geben und sei sie auch noch so klein. Wir haben den jungen Burschen gefragt was es da so in der Umgebung alles zu sehen gibt und er hat uns von einer Hippokolonie unweit von hier erzählt. So hatten wir gleich einen Guide. Durch schwieriges Gelände haben wir uns dann am Fluss entlang vorgearbeitet. Selbst hätten wir uns das nie getraut in dem Schilf-Sumpfartigen Uferbereich vorzudringen. Er ist aber bloßfüßig vorgegangen und so sind wir gefolgt. Lebensmüde hat er nicht ausgeschaut, denn hier wimmelt es von Krokos und giftigen Schlangen. Im Dickicht hat er uns dann einen Elefantenschädel gezeigt. Als die Kinder Interesse für die Elefantenzähne gezeigt haben hat er einen Zahn ausgerissen und Kilian war zufrieden. Munk wollte auch einen und kurzer Hand hat unser Guide einen Stein genommen und dem Elefantenschädel fehlen nun 2 Zähne. Hippos und Krokos haben wir dann aus sicherer Entfernung gesehen. Die Tierspuren kennen wir jetzt auch besser als zuvor. Die Kriechspur einer Cobra, die über den Sand gekrochen ist hat Kilian mit besonderem Interesse beäugt. Nach diesem Ausflug der besonderen Art waren wir begeistert was wir gesehen haben und der junge Mann hat sich seine Spende wirklich verdient. Er will übrigens Guide werden; das Zeug hat er dazu.
Da es uns hier so gefällt sind wir noch einen Tag geblieben. In der Früh war das Knistern des Feuers um Wasserboiler schon zu hören und dann haben wir am Sandufer mit Quietschesand gespielt und gefaulenzt. Zu Mittag gab es Wienerschnitzel, das passende Gericht in dieser Umgebung. Am Nachmittag haben wir die Angel ausgeworfen und beobachtet, wie sich uns ein Einbaumboot genähert hat. Diese Boote werden aus ausgehölten Baumstämmen gefertigt und fassen – je nach Größe -1-3 Personen. Wir hatten am Vortag gemeint dass es doch interessant wäre einmal mit sowas zu fahren. In diesem Boot saß offensichtlich der Schulkollege des Jungen von gestern. Auch er war mit einer Spendenliste ausgerüstet und kurz darauf saßen zuerst Jürgen und Kilian und dann Eva und Kristian im Einbaum und gingen auf Krokodiljagd. Der Junge hat erzählt, dass sein Vater diese Boote selber fertigt und für so ein Exemplar ca. 1 Monat benötigt. Einziges Werkzeug dazu ist eine Axt. Lebensdauer eines Bootes sind max. 3 Jahre. Die Bootsfahrt war ein wackeliges Erlebnis, sehr nah am Wasser – wir sind aber doch nicht gekentert. Nach einer warmen Dusche in der Buschdusche sitzen wir nun wieder beim Lagerfeuer, ober uns eine unglaubliche Anzahl an Sternen (in Kürze ist Neumond), das Einzige was zu hören ist sind das Rauschen des Wasserfalles und das Knacksen des Feuers.

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