Montag, 6. April 2009

Blog-Spezial: Grillen in SA oder "braai"

Spätestens ab Mittag überzieht die Campsides ein rauchiger Geruch. Es ist wieder einmal Zeit zum Grillen bzw. für das Braai, wie das in SA genannt wird. Die meisten Sites sind mit fix montierten Grillvorrichtungen ausgestattet. Diese findet man auch auf den meisten Picknickplätzen in unterschiedlichem Zustand. Gegrillt wird mit Holz, Holzkohle oder Briketts. Die Briketts sind nicht so gut zum Feuer machen. Feuerholz kann man überall kaufen (Supermarkt, Rezeption, Tankstelle, etc.) . Am bestens schmeckt es jedoch mit dem selbst gesammelten Feuerholz, denkt sich offenbar so mancher. In der näheren Umgebung der Sides wird Holz jeden Tag aufs Neue gesucht. Holz wächst aber nicht täglich nach. Trockenes, selbst gefundenes Feuerholz ist daher Mangelware. So muss gelegentlich nicht ganz trockenes Feuerholz herhalten. Das verursacht dann den sanften Nebelschleier, in den die Campsites eingehüllt werden. Während zu Mittag nur vereinzelt gerillt wird sind abends fast alle Grillstellen, bzw. die mitgebrachten Griller in Verwendung. Für saubere Grillstellen sorgen am nächsten Tag dann in den meisten Campsites die guten (schwarzen) Seelen, die vormittags mit Scheibtruhe oder Müllsack bewaffnet, sowie mit einer Plastikschale vom gekauften Fleisch gekonnt die Asche aus dem Griller holen und ihn so für den nächsten Grillauftrag bereit machen.
Die fixen Grillstellen sind alle nach demselben Prinzip aufgebaut. Nennen wir diese Konstruktion Standardgriller (SG). Eine Eisenstange wurde einbetoniert. In ca. 75 cm Höhe ist dort ein flache Schale mit knapp einem Meter Durchmesser angebracht. Intelligente Versionen haben auch Löcher in der Schale, was das Feuermachen wesentlich vereinfacht. Über der Schale ist ein Rost in gleichem Durchmesser montiert. Dieser kann in der Höhe verstellt und rund um die Eisenstange gedreht werden. Die Roste sind aus dickem Metallgitter, jedoch meist verrostet und daher wenig einladend. Es empfiehlt sich daher einen eigenen Rost mitzunehmen und diesen auf den meist rostigen Rost zu legen. Die absoluten Luxusversionen hat dann noch einen weiter Metallstange montiert, auf die man Töpfe hängen kann.
In SA gibt es aber zahlreiche kluge Erfinder, die sich auf dem Grillersektor betätigen. Stellvertretend für alle diese möchte ich eine Konstruktion, die unser Nachbar in Richards Bay gebaut hat näher beschreiben. Nennen wir diesen Typ Individualgriller (IG). Als Ausgangsmaterial diente eine Gasflache, natürlich leer. Diese wird mit der Flex in der Mitte längs durchgeschnitten. Dann werden Scharniere abgebracht. Beine sind noch nötig, damit der Griller nicht davon rollt. Natürlich braucht es noch einen Rost, dazu wird ein Stück starkes Gitter verwendet. Etwas unter dem Schnitt wird beidseits eine Leiste angeschweißt, diese dient als Auflager für den Rost. Die Funktionstüchtigkeit des Grillers hängt von den Luftlöchern ab, die auf der Unterseite gebohrt werden. Anzahl und Anordnung sind wesentlich. Ebenso wurde aus einem Stück Blech in derselben Form wie der Rost unzählige Löcher gebohrt. Diesen Spezialrost braucht man wenn man diesen Griller als Kugelgrill für größere Grillvorhaben verwendet. Alle Accessoires werden im Inneren des Grillers verstaut und dieser wird mit einem Hackl verschlossen. Wir konnten uns persönlich davon überzeugen, dass diese IG hervorragend funktioniert. Er wird mit 15 Stück Briketts befeuert. Ein gefülltes Hendl hat ca. 2 Stunden darin verbracht. Jede Minute davon hat sich ausgezahlt. Das Henderl war wirklich sehr gut. IG´s haben wir schon in allen Größen gesehen, in denen es Gasflaschen gibt, gesehen.
Die einfachste Version eines Grillers ist in jedem Supermarkt ab 10 Euro zu bekommen. Dieser fällt unter die Kategorie Memmengriller (MG). Wir haben uns auch einen zugelegt, er ist aber ein Schmarrn. Er besteht aus einem bauchigen Metallteil mit zwei ansteckbaren Füßen. Dazu gibt es noch den passenden Rost. Er hat keine Luftlöcher und funktioniert nicht zuletzt deshalb nicht sehr gut. Trotzdem haben wir schon so manch Burenwurst, T-Bone Steak oder Sonstiges mit mehr oder weniger Geduld darauf zubereitet und mit Genuss verzehrt.
In SA kommt so ziemlich alles was mit Fleisch zu tun hat auf den Grill. Ich habe nie gesehen, dass Gemüse oder ähnliches auf den Grill kommt. Diese Unart, die sich bei uns eingebürgert hat, ist in SA nicht verbreitet. Es gibt gute Steaks in allen Stärken. Rind, Schwein und auch Schaf sind populär. Weiters gibt es Spieße und nicht zuletzt die Burenwurst. Die Burenwurst ist eine echte Spezialität. Sie wird beim Fleischer als Endloswurst hergestellt. Rind und Schwein oder beide gemischt werden grob faschiert, gewürzt und gewurstet. Die Wurst wird dann als Schnecke eingedreht in unterschiedlicher Länge von 50cm bis ein Meter gegrillt. Beim Grillen verflüssigt sich das Fett und spritzt heraus, wenn man die Wurst ansticht. Übrig bleibt eine schmackhafte, würzige, nicht zu trockene Wurst. Jeder kann sich dann je nach Hunger und Wurstressource ein Stück hinunter schneiden. Ich habe eine derartige Wurst in Österreich noch nicht gesehen. Burenwurst wäre sicher eine absolute Bereicherung für die österreichische Grillkultur. Um die Grillkultur mach ich mir nämlich große Sorgen, da vermehrt Gemüse Zucchini oder ähnliches absolut ungeeignetes Grillgut auf Österreichs Griller kommt.

1 Kommentar:

  1. Mit Aufmerksamkeit habe ich deine ausführungen über das Grillen in SA verfolgt,hab es meinen Damen auch schon gezeigt, kein Kommentar.

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