Nach einer frostigen Nacht im NP haben wir uns Richtung Harare aufgemacht. Leider war am Morgen eine Gasflasche leer und die zweite defekt, so mussten wir auf den warmen Tee verzichten. Die Sonne hat uns aber gewärmt. Glücklicherweise haben wir eine Refillstation gefunden und so sind wir wieder frühstücksbereit. Wir hatten einen Herrn nach dem Weg gefragt und er ist uns gleich vorausgefahren, denn alleine wäre es unmöglich gewesen dorthin zu finden. Ein weiteres Beispiel für die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Schwarzen und Weißen hier.
In Harare angekommen haben wir nach nicht allzu langer Suche die Österreichische Botschaft erreicht. Wir haben mit der Botschafterin zu Mittag gegessen. Sie hat uns dann eingeladen in der Residenz zu übernachten, da wir am nächsten Tag gemeinsam ein Weisenhaus besuchen wollten. Diese Einladung haben wir gerne angenommen.
Das erste unerfreuliche Erlebnis dieser Reise hatten wir auf dem Weg zur Residenz gemacht. Während unseres Einkaufs im Shoppingcenter wurde der Reifen unseres WF aufgestochen . Das haben wir nicht gleich bemerkt. Bei der Suche nach der Residenz ist uns aber ein Auto, das zuvor rein „zufällig“ neben uns geparkt hatte aufgefallen. Es hatte uns verfolgt. Da die Residenz glücklicherweise nicht weit entfernt war haben wir es bis dorthin geschafft. Innerhalb der Mauern ist uns erst aufgefallen, dass es aus dem linken Hinterrad herauspfeift. Einerseits waren wir erleichtert und andererseits doch leicht verunsichert, was da passiert war bzw. was passiert wäre, wenn wir nicht in unmittelbarer Nähe der Residenz gewesen wären.
Jürgen hat als Erstmaßnahme gleich den Reifen gewechselt und wir haben einen netten Abend verbracht. In der Residenz gibt es einige Kinder und ein Bub namens Kelvin hatte es unseren Jungs angetan. Sie haben entzückend miteinander gespielt und die 3 Herren haben beschlossen gemeinsam in einem Zimmer zu übernachten.
Am nächsten Morgen hat die Botschafterin ihren Chauffeur mit Jürgen ausgesandt, um einen neuen Reifen zu beschaffen. Dabei hat Jürgen erfahren, dass die Reifenstechnummer eine gängige Masche ist um Leute auszurauben. Und das geht so: zuerst wird der Reifen aufgestochen und das Loch mit Kaugummi verklebt. Das Auto fährt dann nichts ahnend los und die Luft entweicht langsam aber stet. Irgendwann bleibt das Auto zwangsläufig stehen, die Reifenaufstecher sind „unauffällig“ gefolgt und dann wird zuerst freundliche Hilfsbereitschaft vorgegaukelt und später ausgeraubt. Dieses Schicksal ist uns Gott sei Dank erspart geblieben.
Das Waisenhaus ist ca. 1 Autostunde südlich von Harare entfernt. Die Zustände sind bedauerlich. 30 Kinder samt ihren 2 Betreuerinnen leben dort auf engstem Raum. Die älteren Kinder waren in der Schule, die jüngeren zu Hause und wir bekamen einen Eindruck wie schwierig das Leben in diesen unglaublich ärmlichen Verhältnissen ist. Wir hatten im Vorfeld ein Packet mit Schreibutensilien und Fußbällen geschickt und das mit frischem Obst und Süßigkeiten mitgebracht. Die Botschafterin unterstützt das Waisenhaus regelmäßig und hat die letzte Stromrechnung und anderes übernommen. Die Freude und Dankbarkeit der Bewohner war groß. Angesichts dessen wie sich uns die Lebensumstände präsentiert haben möchten wir uns gar nicht vorstellen wie es vor der regelmäßigen Unterstützung und dem Einsatz der Botschafterin war.
Auf dem Weg zurück haben wir einen Lion und Cheetha Park besucht. Der Park hat 46 Löwen und viele andere Tiere, u.a. eine mehr als 300 Jahre alte Galapagos Schildkröte. Allein die Löwen fressen jeden Tag 1,4 Tonnen Fleisch, eine Herausforderung für den Park. In einer Gamedrive Area kann man Zebras, Gnus, Hartebeest, Impalas, Giraffen, usw. und zu Kristian’s Freude auch einen Vogelstrauß entdecken.
Kurz vor Harare gibt es den Heroes Acre. Das nationale Monument in gigantischen Ausmaßen mit den Gräbern „verdienter Freiheitskämpfern“ dient Propagandazwecken und erinnert sehr stark an den kommunistischen Gigantismus. Der Ausblick über Harare und das großzügige Fußballstadion ist aber gut.
Wir verbringen noch eine weitere Nacht in der Residenz, die Kinder können noch mit Kelvin spielen und wir werden morgen nach Bulawayo weiterfahren.
Sonntag, 31. Juli 2011
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