Sonntag, 30. August 2009

Namibia-Abschied und Kronen

Bericht vom 28.8.
Mit einem extra guten „Überraschungs“-Frühstück (Ham and Eggs) und einem Geburtstagkuchen mit Kerzen wurde Jürgens Geburtstag gefeiert. Eine wirkliche Überraschung war es nicht, da die Kinder vor Begeisterung fast geplatzt sind und natürlich alles verraten haben. Nach dem gemütlichen Frühstück wurde der Wüstenflitzer ein vorletztes Mal zusammengepackt und die ca. 250 Kilometer bis zu einer Campsite bei einer Farm mit dem Namen Elisenheim 10 Kilometer vor Windhoek aufgesucht. Wir waren gegen Mittag dort um noch genug Zeit zum stresslosen Zusammenpacken zu haben. Es war aber dann doch eine Herausforderung nach 6 Monaten alles wieder in die Koffer und Taschen zu kriegen und 4 flugzeugfähige Gepäckstücke á 20 kg (beim Flug nach Österreich dürfen es wieder die 23 kg der Einreise sein) zu schaffen. Vieles hat nicht mehr reingepasst und wurde verschenkt. Die letzten Wochen waren wir schon auf „Nikolaustour“ und haben so Manches verteilt. Der Arbeiter mit Kindern bei der letzten Campsite hat sich auch über Gewand, Essen und Spielzeug gefreut.
Spät abends war dann alles so weit und unser letztes Lagerfeuer in Namibia brannte. Die Kids waren besonders tapfer und haben alle ihre geliebten Holzgewehre und Holzpistolen verbrannt. Dann ging’s das letzte Mal zu Bett ins Dachzelt. Am nächsten Morgen mussten wir Gas geben, denn der WF musste um 8:00 zurückgegeben werden, um den Flug um 11:35 zu schaffen. Alles lief nach Plan und dieses Flugzeug hob mit uns und allen unseren Gepäckstücken mit Verspätung ab. Das schien anfangs nichts Besonderes zu sein, hat uns aber in Johannesburg noch eingeholt. Eigentlich hatten wir 1, 5 Stunden zum Umsteigen zu unserem Flug nach Durban. Uns war in Windhoek versichert worden, dass wir das Gebäck in Jo`burg zwar wegen des Zolls übernehmen müssen aber es gleich wieder abgegeben werden kann. Alles sei schon reserviert und im Computer von SAA und kein Problem. Die Einreise in SA (Visa) ging Ruck-Zuck doch warteten wir dann ewig auf unser Gepäck. Mit der Verspätung von 30 Minuten aus Windhoek und der Wartezeit auf das Gepäck von ca. 30 Minuten wurde es eng; sehr eng. Eva ist dann vorgegangen, doch war alles schon geschlossen, 10 Minuten vor dem Abflug. Einzige Möglichkeit war das gesamte Gepäck über das Handgebäck mitzunehmen, sprich zu zweit durch sämtliche Kontrollstationen zu schleppen. Alle nachfolgenden Flüge waren voll belegt! Die Kontrolle hat natürlich bemerkt, dass Taschenmesser und sonstige Gegenstände, die nicht in die Kabine dürfen, im Gepäck waren. Besonders das Zelt mit den Heringen und den Metallteilen hat die Aufmerksamkeit erregt. Also wurde ausgepackt und erklärt. Eva war mittlerweile zur nächsten Station vorgegangen. Eine sichtlich überforderte Angestellte von SAA beim Gate war schon sehr entnervt. Ein Bus wurde angefordert. Jürgen war noch bei der Gepäckkontrolle, mittlerweile sollte das Flugzeug schon seit 10 Minuten unterwegs sein. Eva hatte bereits das Handgepäck mitgenommen, aber Jürgen konnte das restliche Gepäck unmöglich alleine tragen, und als er endlich durch war (im Bereich nach der Gepäckkontrolle gab es keine Trolleys mehr; wozu auch, da sollte es ja nur Handgepäck geben) war der Transport desselben das nächste Problem. Der Hinterausgang war einige 100 Meter und einige Rolltreppen entfernt. Da Eva vorgegangen war und Jürgen nicht wusste wohin, hat es irgendwie herumgeschleift bis Eva zur Hilfe gekommen ist. Dabei ging Kilian verloren und musste gesucht werden. Die SAA Susi beim Gate war noch mehr entnervt, sie könne das Flugzeug nicht länger aufhalten. Kilian wurde dann rasch gefunden und das Gepäck mit vereinten Kräften in einen Bus geworfen und ab ging es zum wartenden Flugzeug. Schweißgebadet sind wir dann eingestiegen und haben unsere Plätze eingenommen. Das war echt spannend, aber auf diese Art Spannung kann man gerne verzichten. Das Flugzeug musste aus Wettergründen noch weiter warten und der Flug war aufgrund des Sturms turbulent mit dem abschließenden Höhepunkt, dass Kris beim Landeanflug „Gaksi“ musste und gemütlich am WC sitzend keinen Grund sah, sich zu beeilen. Die Stewardess war dann fast so genervt wie die Gate Susi, bis wir kurz vor dem Aufsetzten dann doch die Plätze eingenommen haben. Da wir in Johannesburg nicht mehr auf unser letztes Gepäckstück (die Boogyboards der Kids) warten konnten haben wir dann noch in Durban reklamiert. Verloren gegangen ist dabei auch Eva`s heißgeliebtes Maniküreset samt v.a. während des Urlaubs bei allen 3 Buben bewährter Haarschneideschere (genutzt haben wir diese Verluste auch, um Kris´Schnuller zu „verlieren“; mal sehen ob es gelingt).
Wir waren dann sehr erleichtert und froh, dass wir am Flughafen abgeholt und zum Illovo Beach (Natalia Ressort) gebracht wurden. Ermüdet sind wir dann am Abend dort angekommen. Wir haben unser Apartment, mit Meerblick und Griller am Balkon, bezogen und waren froh, dass dieser erlebnisreiche Tag vorbei war.
War er aber nicht, denn Eva hat sich ihre Krone beim Schneidezahn ausgebissen. Übrig war vom eigenen Zahn, auf dem die Krone aufgesetzt war, nur mehr ein abgebrochenes Stummerl. Den ersten Schock haben wir versucht zu überschlafen. Alle haben versucht zu trösten, aber es half nichts, es musste am nächsten Morgen ein Zahnarzt gefunden werden. Das Ressort hat dankenswerter Weise nach eifrigem Herumtelefonieren einen Emergency-Termin bei einem Vertreter dieser Zunft organisiert. Das Ergebnis ist entsprechend. Der Zahnarzt meinte, nachdem er sich das Endergebnis noch einmal angeschaut hat, „just tell your dentist that I did it sitting underneath a tree!“ Nun ja, zumindest können Jürgen und Eva in Österreich dann beim Zahnarzt gemeinsam 3 Kronen anfertigen lassen. :-/
Es wurde dann doch noch ein gemütlich Tag am Pool und Meer! Wir haben den Griller am Balkon getestet und noch einmal das herrliche SA-Fleisch (Lamm und Rind) genossen! Gemeinsam haben wir das reichhaltige Angebot des Ressorts genutzt und sind Trampolin gehüpft, haben Minigolf gespielt, und vieles Bekannte vom ersten Besuch in diesem Ressort (es war unser erster Stopp wie wir vor 6 Monaten nach Südafrika gekommen sind) wiederentdeckt. Ein Reisehöhepunkt ist heute auch noch eingetreten. Bis dato haben wirkeinen Wal gesichtet. Eigentlich hatten wir uns schon damit abgefunden und heute besprochen. Kurz darauf ruft Kilian plötzlich, „da ist ein Wal!“ Und tatsächlich, man sieht die Fontaine mehrmals imposant in die Höhe spritzen. Somit können wir in unserem Bestimmungsbuch dieses Säugetier auch noch markieren!!!
Wir hoffen nun, dass die Aufregungen der letzten Tage nun abgeschlossen sein werden und wir viele Erlebnisse der viel zu schnell vergangenen 6 Monate noch einmal Revue passieren lassen können. Vielleicht geht sich ja heute noch ein Lagerfeuer (mit dem gewohnt nassen Holz aus Südafrika) aus.

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