Samstag, 1. August 2009

Lagunenqueen und Fischadler

Bericht vom 31.7.:
Das Frühstück mit den selbstgebackenem Broten hat allerbestens geschmeckt. Wir haben es an der Grenze zwischen Botswana und Namibia mit Blick auf Riesenbaobabs eingenommen. Ansonsten stand der Tag im Zeichen des Weiterkommens, denn wir wollten dem Okawangodelta (Botswana) noch einen Besuch abstatten. Unsere Vorräte wurden dazu in Katima Mulilo aufgestockt. Die Kinder haben gut mitgemacht und so waren die doch 500 Kilometer Fahrt an diesem Tag kein Problem. Bei den Popa Falls, bei denen wir am Hinweg schon 2 Mal übernachtet haben bogen wir links ab und erreichten nach 20 Km Fahrt durch ein Game Ressort die Grenze zu Botswana. Der Übertritt war problemlos, lediglich bei der Straßenbenutzungsabgabe werden die Ausländer jedes Mal kräftig abkassiert. Daran muss man sich gewöhnen. Nach 80 Kilometer Fahrt Richtung Süden erreichten wir Sepopa und das dortige Ressort. Wir haben uns an der Campsite niedergelassen, die Kids noch etwas austoben lassen, und gleich eine Bootstour am Okawango für den folgenden Tag um 9:30 ausgemacht.
Pünktlich um 9:30 ging es am nächsten Tag los. Ein kleines Blechboot samt einem Guide stand für uns bereit. Der Okawango besteht aus dem Hauptstrom, mehreren parallelen Seitenarmen und Lagunen. Begrenzt werden die Wasserwege von Unmengen an Papyrusstauden, die die Ufer links und rechts säumen. Zuerst haben wir eine ansehnliche Python gesehen, die aber gleich Reißaus genommen hat. Kilian hat eine Wasserschlange entdeckt und als wir dem Guide von der Vorliebe unserer Kids für Schlangen erzählt haben, hat er gemeint das es hier nur so von diesen Viechern wimmelt und er optimistisch ist, dass wir sogar eine Schwarze Mamba sehen werden. Er sollte Recht behalten, denn das in einem Spechtloch lebende Tier war zuhause und wir ergattert einen Blick in die Höhle; aus sicherer Entfernung versteht sich. Der Guide hat uns noch die Netze der lokalen Fischer gezeigt und einen Fisch geklaut. Zuerst haben wir gedacht er organisiert sich auf diese Art sein Abendessen. Aber diese Aktion hatte wirklich Sinn, denn damit wollte er uns Zeigen wie ein Fischadler seine Beute greift. Er hat, als er die Adler sah, den Fisch kurzer Hand zerteilt und die Teile auf eine Stück Papyrusstengel (als Schwimmkörper) gesteckt. Dann hat er gepfiffen und den Köder ins Wasser geworfen. Die Adler sind sofort gestartet und haben sich den unmittelbar vor uns schwimmenden Fischköder gekrallt. Das ging unheimlich schnell und war ein total imposanter Anblick. Ein weiterer Fischteil wurde dann ausgeworfen und das zweite Fischadlerexemplar setzte zum Flug an und fasste sich den Fisch.
Nach diesem Schauspiel ging die Fahrt weiter, und nachdem er uns eingangs erzählt hatte, dass Papyrus gut schmeckt wollten wir es natürlich kosten. Dazu wurde eine passende Staude ausgewählt und von unter her abgeschält. Eine süßlich schmeckende, weiße, faserige Masse haben wir dann gegessen. Hat nicht schlecht geschmeckt. Aus einer Wasserlilie hat er noch eine Kette gebastelt und Eva zur Lagunen Queen gekrönt. Dann haben wir Unmengen an Krokos gesehen, seilweide derart riesige Exemplar aus nächster Nähe, dass uns schon ein bisserl mulmig wurde. Viel Vögel und insbesondere den blau orangen Kingfischer (jetzt haben wir alle Arten des Kingfischers gesehen) haben sich uns gezeigt. Wir wollten noch nicht zurück und haben daher unsere Tour spontan verlängert. Auf einer kleinen Insel mitten im Fluss sind wir dann kurz an Land gegangen. Danach sind wir noch viele Kanäle abgefahren. Erwähnenswert war noch ein Riesenhippo. Diese Tour war einfach einmalig und nach fast 4 Stunden waren wir wieder zurück.
Jürgens Geburtstag steht zwar noch nicht unmittelbar bevor, umso überraschter war er von seiner vorgezogenen Geburtstagsüberraschung in Form eines Fishing Trips, den Eva für diesen Nachmittag arrangiert hatte. Mit tollen Zeichnungen von den Kindern wurde die Geburtstagsüberraschung übergeben. Nachdem die erste Überraschung verflogen war, war Jürgen total begeistert und eine halbe Stunde später ging es auch schon los. Trotz des lokalen Guide und unterschiedlichster Köder wurde wieder einmal kein Fisch gefangen. Der Trip war trotzdem ein echtes Erlebnis und voller schöner Eindrücke (Sichtung der seltenen Sitatunga Wasserantilope und eins absoluten Riesenkrokos). Wie so oft nimmt auch dieser spannende Tag einen Ausklang beim Lagerfeuer. Der Abstecher hat sich mehr als gelohnt und ist u.a. sicher einer der Highlights unserer Reise.

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