Montag, 24. August 2009

Benzinschlauch und Reifenpanne

Bericht vom 15.8.
Nach einem gemütlichen Frühstück haben wir als Erstes die versteinerten Bäume besucht. Viele tausend Jahre alte Bäume wurden durch einen chemischen Prozess versteinert und liegen in der Gegend herum, bereit besichtigt zu werden. Danach ging es weiter zur Twyfelfontaine Lodge, denn dort gibt es Benzin, und unsere Tankuhr zeigt schon wieder bedrohlich Richtung Süden. Sämtliche in der Karte eingezeichneten Tankstellen an der Westküste waren nämlich geschlossen. Der Verbrauch unseres Land Cruisers ist beachtlich, aber angeblich normal, dafür fährt er gut ist die gängige Meinung. Auf dem Weg dorthin begann es im WF nach Benzin zu riechen; auch kein gutes Zeichen. Zu unserer Erleichterung gab es bei der Lodge wirklich Benzin und auch eine Lodge-eigene Werkstadt. Die hatten das Problem gleich gefunden, eine Benzinleitung war Leck. Diese wurde ausgebaut und geschweißt und nach einer 130 Liter Tankfüllung waren wir 2 Stunden später wieder startklar. In der Lodge gab es ein herrliches Mittagsbuffet und so konnten wir uns die Bäuche vollschlagen während die Kinder sich mit 2 Kobras vergnügten (aus Metall natürlich) bevor es weiter zum Highlight von Twyfelfontaine ging, denn uralten Felsritzungen der San (Buschmänner). Man muss einen Guide nehmen und der führt einen herum und erklärt auch ein bisserl was. Die Zeichnungen selbst stellen vornehmlich Tiermotive (Giraffen, Gemsbock, Löwen, usw.) dar und alles ist deutlich zu erkennen. Es sind Jagdmotive aber auch Kreise mit einem Punkt in der Mitte kommen vor - das ist das Symbol für ein Wasserloch. Gelandet sind wir am Abend wieder an der Campsite vom Vortag. Diesmal hat die Dusche funktioniert und da uns das Brot ausgegangen war, hier gibt es keine Geschäfte; haben wir unser Frühstücksbrot am Lagerfeuer gebacken.
Die Brötchen sind diesmal besonders gut gelungen und so sind wir gut gestärkt Richtung Sesfontain gestartet. Der Weg dorthin war mit interessanten Flussdurchfahrten (im Unterschied zu den bisherigen steht hier wirklich das Wasser) gespickt. Selbst auf den Hauptstraßen gibt es keine Brücken. In einer Traditional Village der Herero haben wir uns dann Einiges über die Lebensweise dieser Volkgruppe erzählen lassen, bevor wir weiter zum Huanib, einem zumindest im Ursprungsbereich wirklich Wasser führenden Fluss, begeben haben. Wir sind bis zum Flussbett runter gefahren. Eine extreme 4x4 Strecke, echt coole Fahrt. Dort haben wir uns unter einem Baumkoloss postiert und im Schatten zu Mittag gegessen. Die Szenerie ist einfach unglaublich, inmitten einer staubtrockenen Landschaft tritt hier der danach unterirdisch verlaufende Huanib an die Oberfläche und schlängelt sich gesäumt von einer im üppigen Grün gehaltenen Ufervegetation einer Schlucht entlang dahin. Die Schlucht nutzen auch viele Vögel zum Nisten. Da die Luft dort unten steht, es noch nicht so spät war und die Insekten uns genervt haben, haben wir beschlossen weiterzufahren. Nach der Bergsonderprüfung wieder hinaus aus der Schlucht ist uns dann das widerfahren, was offensichtlich jedem Mal passiert, nämlich eine Reifenpanne. Also Wagenheber raus und Ruck Zuck war der Reifen gewechselt. Wir haben dann beschlossen nach Sesfontain zu fahren und den Reifen erneuern zu lassen. Es gibt dort aber nix außer einigen Tyre Repair Freiluft Workshops (in der Regel mit angeschlossenem Tourist Information Center, wo man gleich Himba-Dorf Erkundigungen, uvm., schmackhaft gemacht bekommt). Die haben unseren Reifen geklebt, der Schlauch hatte ein Loch. Bis zur nächsten Stadt ist es weit und 2 Reserveräder geben die nötige Sicherheit. Einer ist klar zu wenig. Die Kids haben sich inzwischen mit den lokalen Jungs angefreundet, so wurde letztendlich mit unserem Ball Fußball gespielt, der dann auch gleich dort blieb. Einer der Reifenreparierer ist dann mit Jürgen in den nahegelegenen Shop gefahren, der zwar kein Brot, aber dafür Säckeweise Mehl und auch Reifenschlauchflicken führt. Nachdem man nicht sicher war, ob ein Flicken reicht wurden 2 besorgt (aber nur einer verwendet), ein Getränk für den Reparierer war auch notwendig, und zufällig war auch noch dessen Freundin im Shop, … Eines der Abenteuer, dass uns sicher lange „amüsant“ im Gedächtnis bleiben wird!
Die letztendlich angesteuerte Campsite liegt an einem traumhaften Rockpool und wird von einer Himba Community betrieben. Die Himbas sind der Stamm, wo die Frauen oben ohne herumlaufen und sich den ganzen Körper mit einer rotbraunen Farbe anmalen. Das letzte Stück der Zufahrt ist eine 4x4 Herausforderung und wurde von unseren Land Cruiser gut bewältigt. Obwohl der Weg dahin nur sparsam beschildert war wussten wir genau wie zu fahren war, da der Weg mit „Craft Shops“ und „Fire Wood“ Verkaufsstellen gespickt war. Bei unserem Anblick sind die Kinder dann gleich zu den Verkaufsstellen gerannt und haben ihre Ware dem vorbeifahrenden Auto angepriesen.
Wenn wir nicht vorher gesehen hätten, dass 3 Geländewagen die Anfahrtspassage genommen haben, hätten wir uns da niemals drübergetraut. Der Weg war extrem schmal und der Abgrund nahe und tief, außerdem musste mehrfach Wasser durchquert werden. Unser Land Cruiser hat aber seine Geländegängigkeit –natürlich mit Jürgen´s Fahrkunst wieder bewiesen (diesmal ohne Reifenpanne). Vor dem Sonnenuntergang haben wir noch in dem Rockpool gebadet.
Ein erlebnisreicher Tag endet wieder einmal bei einer Flasche Wein, so soll es immer sein.

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