Freitag, 26. Juni 2009

Gemsbock und Pofadder

Die Entscheidung die Zederberge zu verlassen war richtig, denn am nächsten Tag waren die Straßen in den Zederbergern alle gesperrt, nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte. In Lambert`s Bay hat es zwar auch geregnet, aber das war nicht so schlimm. Bei Regen und Wind sind wir dann zur Tölpelkolonie gefahren. Diese liegt auf einer Halbinsel, die inmitten von Lambert`s Bay gelegen, heute ein Naturschutzgebiet mit Birdhide und allem was dazu gehört ist. Die Massen an Tölpel, die dort in der Saison brüten, haben wir nur auf Fotos gesehen, denn der Großteil ist zu dieser Jahreszeit (Winter) nicht zugegen. Einige haben dann doch vorbeigeschaut, und ein paar Seehunde und viele Möwen und Cormorane waren auch noch da. Das ganze war OK, denn die besten Meeresbewohner gibt es in Lambert`s Bay bei Isabellas Seafood Restaurant.
Dann ging es weiter über einen mautpflichtigen Eisenbahnbegleitweg (spart zwar km aber nicht Reisezeit) mit relativ tiefem Boden nach Strandfontaine. Die Stadt machte eher einen eingeschlafenen Eindruck. Die Campsite liegt sehr zentral mit einem genialen Blick auf die Coastline. Nachdem wir am nächsten Morgen bei Sonnenschein aufgewacht sind, haben wir uns entschlossen noch eine Nacht zu bleiben. Schließlich ist es unser letzter Küstenaufenthalt, bevor wir nach Namibia fahren. Jürgens Abschieds-Angelversuch blieb ohne durchschlagenden Erfolg, dennoch war es echt schön dort.
Danach wurde Kurs nach Norden zum Namaqualand genommen. Nicht ohne jedoch noch zuvor eine Weinkellerei (Namaqua Wines)zu besuchen, denn die Weine aus dieser Region kannten wir noch nicht. Die verkosteten Weine waren eher durchschnittlich (es werden Massen produziert und auch in Kartons abgefüllt, die hochpreisigen Weine standen nicht zur Verkostung), überdurchschnittlich war das Restaurant dort. Abgesehen von den Fischen bisher sicher der kulinarische Highlight unserer Reise. Den Kindern hat der Kinderwein (Traubensauft) in Rot und Weiß besonders gemundet. Gut gestärkt haben wir dann Springbok, das Zentrum im Namaqualand erreicht. Bekannt ist dieses Gebiet für die vielen Wildblumen die es hier im Frühjahr gibt. Ansonsten ist die Landschaft eher karg und trocken. Es wurden in diesem Gebiet auch Bodenaschätzen gefunden, hauptsächlich Kupfer.
So stand am nächsten Tag der Besuch des Bergwerkmuseums am Programm. Ein echt schönes Museum (mit einer unglaublichen Einrittsgebühr von R 1,-- pro Person, umgerechnet rd. 9 Cent)mit vielen alten Dingen, die zum Abbau gebracht wurden, u.a. die alte Dampflok, die den Rohstoff zum Hafen an der Küste (North Pollock) brachte. Nach einem Kurzbesuch beim Namaquamuseum; in einer alten Synagoge untergebracht; ging es weiter zum Geogap Nature Reserve. Dort begann es sensationell gut, denn unmittelbar nach dem Gate wurden Gemsböcke gesichtet. Diese hatten wir bei unseren bisherigen Game Drives nie zu Gesicht bekommen. Wir haben den Wildblumengarten inspiziert und ein gemütlichen Nachmittag verbracht. Zur Zeit ist alles eher ruhig, denn es blühen noch nicht allzu viele Blumen. Wenn man ein bisserl herumschaut kann man schon einige Blüten in den verschiedensten Farben finden. Es lässt sich erahnen was da im Frühling los ist. Da die Campsite dort keinen Strom hat und bei den recht tiefen Temperaturen in der Nacht (ca. 2 Grad) unser Heizstrahler mittlerweile zu einem sehr wichtigen Ausrüstungsgegenstand geworden ist, konnten wir nicht bleiben. Das Gate schloss schon um 16:00 Uhr und da haben wir uns auf den Weg in Richtung Augrabies Falls gemacht. In einer Ortschaft mit dem sinnigen Namen Pofadder (Puffotter) ist unser heutiges Nachtlager. Uns hat sich dabei schon die Frage gestellt warum sich eine Ortschaft nach der gefährlichsten Schlange in SA benennt. Vielleicht wimmelt es da von den Viechern. Wir wurden dann aufgeklärt, dass die ersten Siedler Pofadder hießen und unsere Sorge unberechtigt war. Auch haben wir erfahren, dass am nächsten Tag in Pofadder ein großes Spektakel mit Schafmarkt und Prämierungen, und Pferderennen am Programm steht. Wir sind schon gespannt wie das wird. Bericht folgt.

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