Donnerstag, 9. April 2009

Polizisten und Diamanten

Am heutigen Tag ist alles ganz anders gekommen als geplant. Wir haben die Nacht in einer Campsite nahe Bloemfountain verbracht. Heute wollten wir eben dieses Bloemfountain besichtigen. Dort gibt es viele alte Gebäude und im Fort der Stadt ist eine Military Museum mit allerhand Waffen untergebracht. Ein Muss für die Jungs. Dort angelangt standen wir vor verschlossenen Türen. Wir haben dann herausgefunden, dass alle Beamten auch am Gründonnerstag ab 10:00 frei haben (Karfreitag ist Feiertag) und alle Museen, Sehenswürdigkeiten und öffentliche Einrichtungen sich auf Ostern vorbereiten. Na Spitze, damit war nicht zu rechnen. Kurz entschlossen sind wir nach Kimberly gefahren.
Auf dem Weg dorthin sind wir in eine Straßensperre der Polizei gekommen. Schätzungsweise 30- 40 Polizisten in Zivil und in Uniform waren daran beteiligt. Zuerst wurden wir angehalten und nach der Anzahl der Insassen befragt. Dann wurden wir 50m nach vorne zum Kollegen weiterverwiesen. Dort angelangt sollten wir weiter 50 Meter zu anderen Polizisten fahren. Dort wurden wir von einigen Polizisten umringt und um den Führerschein befragt. Ich hab ihm einfach den Rosa Zettel (ausgegeben 1989) gegeben. Damit waren der Polizist und seine Kollegen heillos überfordert. Der Internationale Führerschein war im Womo-Safe und wir wollten uns die Räumerei ersparen. Der Führerschein machte die Runde. Als sie mich fragten, wo das Ablaufdatum sei und ich sie aufklärte, dass es sowas in Österreich nicht gibt haben sie nur verdattert dreingeschaut. Ich hab dann doch angeboten meinen Internationalen Fs herauszurücken. Das wurde gerne angenommen, doch auch dieser Wisch war den Beamten ewas Neues. Hektisch wurde dann der Chief gerufen. Dieser warf einen kurzen Blick auf meine Fs und damit war die Sache erledigt und wir durften weiterfahren. Der Tanz der Polizisten um unser Womo war damit zu Ende. Das Ganze war zumindest für die Buben sehr unterhaltsam (Zitat Kilian: Einer hatte sogar eine lange Pistole).
In Kimberly angelangt haben wir die Campsite direkt neben dem Big Hole angesteuert. Kimberly ist berühmt für seine Diamantenvorkommen. Die Geschichte mit den Diamanten begann 1871 als ein Junge am Flussufer einen Diamanten fand. In weiterer Folge wurde ein regelrechter Diamantenrausch ausgelöst. Über Jahrzehnte wurde gegraben was das Zeug hält. Als Folge der Grabereien ist das Big Hole entstanden. Auf dem Weg dorthin ist uns ein großes Plakat mit den Öffnungszeiten des Visitorcenters untergekommen. Lediglich an 2 Tagen im Jahr hat das Center geschlossen, am Christtag und am Karfreitag. Also, das Womo schnell abgestellt und auf zum Big Hole.
Der Visitorcenter existiert erst seit wenigen Jahren. Er besteht aus einem Freilichtmuseum mit Gebäuden aus der Zeit des Diamantenrausches und dem eigentlichen Diamantenmuseum. Unter dem Titel Diamonds und Destiny wird die Geschichte der Diamanten erzählt. Es gibt eine Multimediashow und man kann über eine Aussichtsplattform ins Big Hole schauen. Das Ganze ist sich dann zeitlich noch gut ausgegangen und wir haben den Besuch bei einem Bier im Pub im Freilichtmuseum abgeschlossen.
Die Jungs haben zur Zeit die Polizeiphase. Dazu passend haben wir hier die richtige Geräuschkulisse. Alle paar Minuten hört man hier ein Martinshorn. Nicht sehr beruhigend. Aber der Campingplatz ist bewacht!

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