Sonntag, 19. April 2009

Nashorn und Elfen

Vom Mountian Zebra NP sind wir zu einem Ort namens Hogsback aufgebrochen. Zwischen dem Camp im NP und dem Gate ist uns noch ein Nashorn „über den Weg“ gelaufen. Es ließ sich einige Minuten lang geduldig beobachten und fotografieren. Dann hatte es offensichtlich genug und ist wieder verschwunden - so wie wir auch. Auf dem Weg nach Hogsback haben wir bei einem Bauernhofgasthaus Kudu-Burger verspeist. Kudus sind die rehartigen Tiere mit den weißen Streifen am Rücken, die wir am Vortrag beobachtet haben. Sie sind nicht nur schön anzuschauen, sondern schmecken auch vorzüglich. Gestärkt ging es dann weiter; vorbei an Fort Hare, einer bekannten Uni, an der auch Nelson Mandela studiert hat.
Hogsback liegt in einer Berglandschaft und ist bekannt für seinen alten Baumbestand. Abgesehen von ein paar eigenartigen Bäumen könnte man meinen irgendwo in Europa zu sein. Beeindruckend ist auch, dass nur wenige km weiter unten im Tal trockene, savannenartige Landschaft vorherrscht. In den Wäldern tanzen die Elfen, sagt man. Es wimmelt dort nur so vor Schmetterlingen, die meist am irgendwo im Gras sitzen.. Beim Herumspazieren fliegen sie auf und tanzen durch den Wald. Das sieht wirklich nett aus.
Wir haben eine Wanderung zum „Big Tree“ unternommen. Abmarsch war um ca. 16:00 beim Camp. Der Weg war 1,7 km und führte durch einen Wald steil bergab. Beide Buben sind brav marschiert. Es gab aber soooooo viel zu entdecken, dass wir extrem lange gebraucht haben. Der Big Tree ist 38 Meter hoch und 800 Jahre alt. Unsere Jungs sind zusammen 8 Jahre alt und extrem hungrig gewesen. Als Jause raus, es wurde zwischenzeitlich immer dunkler. Die Sonne war bereits hinter den Bergen verschwunden und uns war klar wir müssen rasch weiter. Auf unserer Karte war ein Weg eingezeichnet, der angeblich direkt zurück führt. Er war zwar nicht beschildert, ein Weg führte aber vom Big Tree steil nach oben. Die Richtung sollte passen und so haben wir entschieden es zu versuchen, da der Hinweg zu lange gedauert hätte. Die Kinder waren anfangs noch motiviert. Als es aber immer steiler und gleichzeitig dunkler wurde ist die Motivation bei uns allen geschwunden. So standen wir da, der knielahme Jürgen, die starke Eva (mit Kris am Rücken) und dem tapferen Kilian, der sich echt toll geschlagen hat. Mittlerweile war kein Weg mehr zu erkennen. Das Terrain war felsig und steil, voller dornigem Gestrüpp. Schlangen gibt es da auch, dass war aber im Moment nicht unser primäres Problem. Auf allen Vieren sind wir dann weiter getümpelt, bis wir bei einer Felswand ankamen, die unmöglich zu überwinden war. Dieser sind wir dann entlang gekrallt, alles im dornigen Gestrüpp. Kilian ist selbst gegangen, hat er echt toll gemacht. Nach einer halben Stunde haben wir dann den Weg gekreuzt. Nun war das Vorwärtskommen einfacher, wenngleich in der Dunkelheit immer noch spannend. Völlig zerkratzt aber erleichtert haben wir denn die Straße erreicht. Kommentar von Krisi am Rücken von Eva sitzend „So ein schöner Tag“.
Am nächsten Tag haben wir noch einen Wasserfall, „39 Steps“ genannt, besucht. Dieser liegt in einem Garten in dem es mehr als 100 verschieden Bäume aus aller Welt gibt. Viele davon sind mehr als 100 Jahre alt. Muss damals ein ziemlicher Aufwand gewesen sein diese zusammenzutragen. Hat sich aber gelohnt, der Park sieht echt schön aus.
Dann haben wir uns in Richtung Wild Coast aufgemacht. Auf dem Weg dorthin liegt Bisho. Das war bis vor wenigen Jahren ein Homeland, das sich als Art eigener Staat präsentiert hat; gehört aber jetzt wieder zu SA. Dort gibt es außer teure Hotels (die Nacht kostet so viel wie das Monatsgehalt eines Dienstmädchens) und Regierungsgebäude gar nix zu sehen. Die Strategie dahinter ist für uns nicht zu durchschauen, da Bisho alles andere als schön und einladend ist.
An der Wild Coast ging es nach Morgen Bay. Einem kleinen Ort mit einer Campsite, direkt zwischen Meer und Lagune. In Morgen Bay haben wir einen wunderschönen Tag am Meer genossen. Von dort bringt uns so schnell niemand weg, außer vielleicht das Wetter. Aber an schlechtes Wetter denken wir natürlich nicht, da wir gerade unter einem sternenklaren Himmel sitzen.

1 Kommentar:

  1. Wir hoffen ihr habt den Geburtstag der "starken" Eva gebührend gefeiert. Von unserer Seite die besten Glückwünsche, wenn auch ein wenig verspätet.

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