Dienstag, 14. April 2009

Lizard und Aberdeen

Zeitgleich mit uns ist am Ostermontag fast der gesamte Campingplatz aufgebrochen. Nein, eigentlich etwas früher, denn als wir unsere Köpfe aus dem Womo streckten war neben uns erst in weiter Ferne in „Campingnachbar“ zu sehen. Die haben alle in den frühen Morgenstunden „ihre Zelte abgebrochen“.
Wir sind zu unserem nächsten Ziel in eine Stadt Namens Graaff-Reinet aufgebrochen. Sie liegt wie eine Oase inmitten der Karoo, einer Halbwüste. Bereits während der Fahrt ist uns die bizarre Landschaft aufgefallen, die so anders war als alles bisher Gesehene. Alle möglichen Ocker- und Rostrotfarben, unzählige Kakteen und Trockengewächse, und statt der Rinder und Schafe konnten wir nun Vogelsträuße vom Auto aus erspähen.
Graaff –Reinet ist eine wunderschöne Stadt mit vielen alten Gebäuden, die im holländischen Stil gebaut und mit weißer Farbe angemalen sind. Ein Museum, das Reinet Haus, ist vollgestopft mit antiken Möbeln und Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs aus dem 19. Jahrhundert. Unsere Jungs sind aus dem Schauen gar nicht herausgekommen. Diese Stadt hat Flair und das herumspazieren, das man hier ohne Bedenken machen kann, hat uns gut gefallen.
Die Stadt ist umgeben vom Camdeboo NP. Das Highlight des NP ist das Valley of Desolation (Verzweiflung). Die Landschaft ist felsig bizarr und erinnert an eine Mondlandschaft. Vom Gate des NP kann man bequem den Berg hinauffahren. Dort hat man eine tolle Aussicht über Graaff Reinet mit seinem Stausee und die Karroo, die sich in alle Richtungen - so weit das Auge reicht - erstreckt. Das Valley of Desolation erkundet man auf einem ca. 40 Minuten langen Hike dem Lizard Trail. Unsere Jungs waren dauernd auf der Suche nach Lizards und sind den Trail brav marschiert. Einige Lizards wurden auch gesichtet - was sich äußerst motivierend auf die Gehmoral ausgewirkt hat.
Der NP hat auch eine Game Reserve die wir natürlich auch erkunden mussten. Über ein Wegenetz kann man vom Auto aus Springböcke, Antilopen, Büffel, Vogelsträuße, Erdmännchen, etc. beobachten. Auf einem Picknick im NP haben wir dann die Vorteile des Womos genutzt und ein ausgiebiges Mittagessen gekocht und verspeist. Danach haben wir den Entschluss gefasst - der Empfehlung unseres Führers folgend - nach Aberdeen zu fahren. Die Stadt war als eine Art Baudenkmal beschrieben, wo sich die verschiedensten Stile wiederfinden. Dort angekommen, haben wir zuerst einmal festgestellt, dass die im Führer angegebene Campsite geschlossen und heruntergekommen war. Die sonstigen Bauwerke haben uns auch nicht vom Hocker gehaut. Hängengeblieben sind wir dann wir bei einem kleinen Cafe in der Mainstreet mit vielen interessanten selbstgemachten Herrlichkeiten, wie Ginger Beer. Von dort ging es zurück zur Campsite nach Graaff-Reinet, das wir noch vor Einbruch der Dunkelheit und nach Besuch des Bottle Shop erreicht haben.

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