Samstag, 4. Juli 2009

Kühler und Namibia

(Bericht vom 29.6.).: Im Augrabies NP haben wir noch einen Taglänger verbracht und eine Wanderung unternommen. Die Kids sind den durchaus anspruchsvollen 5km Trail brav marschiert. Es gab auch genug zu entdecken. Ein Klipspringer, jede Menge Felsen und Pflanzen, und Baboons. Einen Teil muss man durch einen Fluss watend passieren. Für die Geher (2) war das recht kühl, für die Rückensitzer (2) sehr angenehm. Zurück im Camp gab es zur Belohnung Wienerschnitzel. So hatten alle noch genügend Kraft um zu den Wasserfällen zum Sonnenuntergang zu spazieren. Für Mama und Papa gab es Castle Milk Stout und für die Kinder und die zahlreichen Eidechsen gab es Chips. So waren alle zufrieden.
Ein weiteres Beispiel für die freundliche, hilfsbereite Art der SA haben wir noch erlebt. Nachdem wir zu Beginn unserer Reise ein SA Roadatlas gekauft hatte, dessen Qualität absolut katastrophal war wollte Jürgen auf Nummer sichre gehen und hat den Campsite-Nachbarn um Rat gefragt, welcher Atlas für Namibia geeignet ist. Er hat uns am Vortag erzählt, dass er seinen Trip nach Namibia seit 2 Jahren geplant hat; da muss er es wohl wissen. Er hat dann darauf bestanden, dass ich seine Karte nehme, sein Kumpel hat eh noch eine meinte er. Kurze Zeit später ist er noch mit einem Roadatlas gekommen und wollt ihn uns auch geben. Dies ist eines von zahlreichen positiven Erlebnissen mit den Menschen in SA; sie sind freundlich, niemals aufdringlich und scheinen es sehr zu begrüßen, wenn Ausländer (zurecht) SA loben. Wir haben sehr viele erfahrene Camper getroffen. Die Tipps die wir von ihnen bekommen haben, haben unsere Reise sehr bereichert.
Am nächsten Tag wollen wir nach Upington fahren und noch ein letztes Mal SA Weine zu verkosten und uns mit allem Notwendigen für Namibia einzudecken. Wir sind aber nicht einmal 20 Kilometer weit gekommen. Dann hat ein rotes Licht beim Womo aufgeleuchtet. Der Text Check Cooling Water stand am Display. Der Computer des Womos hat schon so Manches angezeigt, sodass Jürgen anfangs nicht wirklich beunruhigt und eigentlich nur um nachzusehen, ob eh nix ist angehalten hat. Doch diesmal hatte der Boardcompute recht. Der Kühlwassertank war leer. Danach wurde er mit vereinten Kräften alle 1000m mit unserem Trinkwasservorrat gefüllt, denn nach wenigen Metern war wieder nix drinnen und der Bordcomputer hat gewarnt. Das einzig Positive an der Misere war der Ort an dem es passiert ist, nämlich 4 Kilometer vor einer Ortschaft. Im Schritttempo mit jeder Menge Nachfüllstopps sind wir dann angekommen. Eine sehr „einfache“ Werkstadt gab es dort. Bereitwillig hat man sich dort unserer Sache angenommen. Glücklicherweise war es nur ein Schlauch der geborsten ist und das sollte machbar sein. Aber schnell geht dort gar nix. Dann war einmal Mittagpause. Am Nachmittag war der einzige Mechaniker, dem der Chef so eine Reparatur zutrauen konnte (der Schlauchbefand sich nämlich an einer sehr unzugänglichen Stelle) nicht erschienen. Nach längerer Wartezeit ist er dann doch aufgetaucht und unser Problem wurde behoben. Während der vielen Stunden die wir warten mussten waren die Kinder gut unterhalten. Sie haben die unzähligen Dinge die herumstanden zu Spielzwecken genutzt. Highlight war ein Traktor, aber auch die Öltöpfe waren interessant, und so durfte ein Spielzeug Elefant von Kris baden gehen. Kilian wollte ihm dann helfen und hat versucht ihn im Womo-Bad sauberzuwaschen, …. (das Bad hatte Eva vor der Abfahrt von den Wasserfällen generalgereinigt, …)! Ein Farmer und seine Frau, die auch auf eine Reparatur gewartet haben, haben uns inzwischen viel Interessantes über die Region und die Landwirtschaft berichtet. Gegen Abend waren wir dann wieder fahrbereit und haben auch wirklich unser Ziel Upington erreicht. Den letzten Tag in SA hatten wir uns anders vorgestellt aber alles in allem hätte es auch blöder kommen können.
Am nächsten Tag wollten wir dann einfach weg und sind gleich nach dem Frühstück Richtung Grenze aufgebrochen. Der Grenzübertritt ist mehr oder weniger problemlos. Es ist zwar lästig von Schalter zu Schalter zu pilgern um aus- bzw. einige Kilometer weiter einreisen zu können, aber im Warten waren wir ja schon erprobt. Die R 380,--, die als Wegenetzbeitrag für die Straßen (hauptsächlich Schotter) eingehoben werden, haben wir auch noch Kopfschüttelnd bezahlt. In einer Game Lodge war unser Nachtquartier. Der Ausblick in die scheinbar unendliche Weite dieser wüstenähnlichen Landschaft und die Ruhe bzw. die unzähligen Stern über uns genießen wir nach dem spannenden Tagen zuvor sehr.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen