Dienstag, 9. Juni 2009

Vogelsträuße, Höhlensysteme, Passhöhen

Nach 4 Nächten in Hartebos war Oudtshoorn unser nächstes Ziel. Zuvor haben wir uns alle mit neuem Schuhwerk eingedeckt. Jürgens Crocs waren auf der Sohle bereits so dünn, dass die kleinen stacheligen Früchte, die hier überall herumliegen, durchstechen konnten. Das hat ihn regelmäßig zu Hopsungen und Verrenkungen verleitet. Jetzt sollte damit aber (leiderJ)Schluss sein.
Oudtshoorn ist das Zentrum der Straußenzucht und es gibt zahlreiche Farmen in der näheren Umgebung. Auf der Fahrt dorthin gab es links und rechts der Straße eigentlich nur Sträuße. Und einmal mitten auf der Szraße eine ansehnliche Schildkröte. Der Highgate Straußenfarm, der ältesten und renommiertesten in der Gegend, wurde ein Besuch abgestattet. Diese hat 1200 Sträuße und den Besuchern wird im Rahmen einer Tour alles Wissenswerte über diese Viecher vermittelt. Der gesamte Strauß wird verwertet. Den Sträußen werden ein Mal im Jahr die Federn gerupft bzw. die Flügelfedern abgeklipst. Die Federn finden u.a. in der Modeindustrie Verwendung (eine Großlieferung geht zum Karneval nach Rio), aber auch Staubwedeln aus Straußenfedern finden Abnehmer. Die weniger glücklichen Sträuße werden nur 16 Monate alt und dann zu Straußensteaks (ca. 38 kg Fleisch pro Vogel) verarbeitet. Das Leder ist von guter Qualität und erzielt hohe Preise. Ein Straußenei (so viel wie 24 Hühnereier) ist für Leute ohne Colesterinprobleme als Nahrungsmittel geeignet. Bei der Tour haben wir auch erfahren, dass ein Ei so 150-200 kg aushält; Jürgen hat das probiert und das Ei hat gehalten. Kristian hat sich dann noch auf einen Strauß setzten dürfen und Eva ist eine Runde am Strauß geritten. Ein kleines Straußenwettrennen gab es dann noch zum Abschluss. Wir sind jetzt echte Straußenexperten. Bei der Campsite in Oudtshoorn haben wir uns dann niedergelassen.
Am nächsten Tag stand die Besichtigung der Cango Caves auf dem Programm. Das sind richtig große Tropfsteinhöhlen, mit riesigen Kammern und einer beeindruckenden Anzahl unterschiedlicher Formationen. Unsere Standard-Tour führte uns ca. 600 Meter ins Höhlensystem. Die Adventure Tour mind. 3 Mal so weit. Die Höhle ist für Besichtigungen gut ausgestattet. Mit unterschiedlichen Beleuchtungen bieten sich den Besuchern viel verschieden Bilder der Tropfsteine. Sehr angenehm haben wir empfunden, dass man herumgehen und nach Belieben fotografieren darf. Die Höhlen liegen am Fuße des Schwartbergpasses, unserem nächsten Ziel.
Bereits in Oudtshoorn und ein zweites Mal am Weg zu den Höhlen standen Schilder wonach der Pass gesperrt sei. In SA heißt dass aber nicht viel und so haben wir bei den Höhlen gefragt ob das wirklich so ist. Einige Telefonate später hat und die freundliche Dame versichert, dass diese Schilder Blödsinn sind und der Pass bestens zu befahren ist. Das haben wir natürlich gerne gehört. Die Schotterstraße, die zum Pass auf ca. 1600 Meter führt, ist eine der bestangelegten Straßen die wir je gesehen haben. Selbst wir als alte Motorradfahrer, die die meisten Pässe in den Alpen kennen, waren restlos begeistert. Die Straße wurde um 1870 angelegt und ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Offensichtlich haben die Schilder, die im Tal herumstanden, viele abgehalten den Pass zu befahren. Das ist uns sehr entgegengekommen, da der Pass nur eine Fahrspur hat und Begegnungen speziell mit dem Womo immer spannend sind. Auf der Passhöhe haben wir dann bei bester Aussicht gespeist und die Landschaft genossen.
Wir sind dann wieder zurück gefahren, da Kilian auf dem Weg zu den Höhlen einen Wildtierpark mit Schlangen entdeckt hat. Er hat seit dem nicht mehr locker gelassen. Leider sind wir nicht mehr rechtzeitig dort hingekommen, da die Öffnungszeiten in unserem Führer falsch waren.
Einen Vorteil hatte das Ganze aber, denn jetzt wissen wir wenigstens was wir morgen als Erstes tun werden.

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