Mittwoch, 18. März 2009

Affen und Steinschleuder

Wir sind von Richards Bay weiter nach Norden zum St. Lucia Wetland Reserve gefahren. Dieses Reservat ist das einzige in SA, dass sich auf der Liste der UNO World Heritage befindet. De fakto ist es ein umfangreiches Naturschutzgebiet am Indischen Ozean. Ein Großteil des Gebietes sind Wetlands und diese beherbergen eine bemerkenswerte Fauna und Flora.
In unserem Führer haben wir gelesen, dass an einem Campingplatz in St. Lucia die Flusspferde zum Grasen kommen. Just jener Platz hatte nicht geöffnet, und so sind wir in ein abenteuerliches Camp gefahren. Dieses wird von einer staatlichen Organisation betrieben. Verglichen mit unseren bisherigen, allesamt privat geführten Camps, war die Ausstattung sehr rudimentär. Was wir an diesem Abend gesehen haben hat uns aber mehr als entschädigt. Unmittelbar vor dem Camp lagern Flusspferdkolonien im Wasser. Es soll auch Krokos geben, der 2. Grund auf ein Bad hier zu verzichten. Über einige Stege (board walks) gelangten wir zum Beach. Ein unglaublicher Sandstrand mit großen Wellen.
Wir standen mit unserem Womo alleine an einer Lichtung mitten im Wald. Rundherum war es ruhig, zumindest in jenen seltenen Momenten in denen unsere Jungs keinen Radau machten. Irgendwann haben dann auch beide wirklich geschlafen. Wir haben bei einer Flasche den Geräuschen des Urwalds gelauscht und die unzähligen Sterne bewundert.
Am nächstem Morgen haben wir vom Womo aus einen Besucher gesehen. Ein jugendlicher Bush bok hat während wir gefrühstückt haben neben uns gemütlich gegrast. Eine Bootsfahrt am Fluss hat uns dann wirklich an einem Kroko, vielen Flusspferden, Water Boks und Vögeln (auch dem Giant Kingfisher, dem mit 1,4m größten Reiher und einem Fish Eagle Päärchen) vorbeigeführt. Nach einem ausgiebigen Fischessen (Fisher’s Basket) sind wir dann in Richtung Cape Vidal gestochen.
Cape Vidal ist ein Stützpunkt mitten im Herzen des Reservats. Auf der ca. 20 km langen Straße, die nur vom Gate bis Cape Vidal führt, konnten wir vom Auto aus eine Vielzahl von afrikanischen Tieren erspähen (Zebra, Gnu, Kudu’s, einen Dumba - vgl. König der Löwen, etc.). Wir sind nach viel bürokratischem Genudel (es dürfen max. 120 Autos pro Tag in den Park) und einigen Checkpoints auf einem furchtbaren Campingplatz gelandet. Zuerst sind wir im Sand stecken geblieben aus dem uns 3 weiße Südafrikaner befreit haben, dann haben wir mit Mühe einen passenden Platz gefunden, von dem wir mit noch mehr Mühe am nächsten Tag gleich nach dem Frühstück geflohen sind. Es hat die ganze Zeit geregnet.
Cape Vidal ist für Angler ein Paradies. Wir haben sogar traumhafte Barracuda Steaks geschenkt bekommen. Wie schon erwähnt sind die weißen Südafrikaner sehr gesprächig, freundlich und hilfsbereit. Man hat das Gefühl sie halten zusammen. Als sich dann die Regenwolken verzogen hatten konnten wir den Strand erst richtig begutachten - ein endloses Sandmeer eingerahmt von bewachsenen Dünen (den höchsten in Südafrika). Das Wasser ist sehr warm, ein Riff ist vorgelagert, die Wellen sind aber trotzdem sehr hoch.
Ach ja, zum Ende sollten wir noch den Titel aufklären. Als wir unser Mittagessen direkt an den Dünen mit Blick dem Strand entlang einnehmen wollten, wurden wir sofort von den dortigen Affen beobachtet. Die Beobachtung war jedoch nicht ohne Hintergedanken. Die Affen klauen (meist in Überraschungsangriffen) von den ahnungslosen Hungrigen die besten Stücke – und die beiden Nebentische hat’s auch voll erwischt. Uns wurde nichts geklaut, denn wir waren vorbereitet. Ein freundliches SA-Ehepaar hat Kilian ein paar Tage die von ihm länger anvisierte Steinschleuder geschenkt. Diese gehört zur Standardausrüstung von erfahrenen SA-Reisenden, denn der bloße Anblick vertreibt die Affen. Kilian mutiert v on einem begeisterten Affenliebhaber zu einem engagierten Affenvertreiber. Doch wir hatten einen andersartigen Affenzwischenfall (ein Affe wollte das Wohnmobil besichtigen und wurde dann von den freiliegenden Eiern abgelenkt – das Putzen war nicht lustig!!!).Derzeit sind wir in der Bushman’s Lodge in der Nähe vom Hluluwe Nationalpark. Diese Lodge wird von einem Holländer betrieben, ein sehr stilvoller und netter Platz. Eine gelungene Abwechslung!!!!!

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